Was ist für dich ein Wunder? Ein Plot-Twist zum Guten oder etwas Sakrales? Was „Wunder“ ursprünglich bedeutete und wo du heute noch welche suchen und finden kannst, erfährst du hier. Heute möchte ich mich nämlich nicht nur auf das Gute, sondern auf das Allerbeste konzentrieren.
Die Vorweihnachtszeit, die von unzähligen Lichtlein und romantischer Deko begleitet wird, ruft die Sehnsucht nach Harmonie hervor, wobei natürlich auch daraus erst wieder Druck entstehen kann.

Hier siehst du ein Musterbeispiel für stimmungsvolle Weihnachtsdeko aus meiner Heimatstadt. Obwohl – auch dieses Bild der Harmonie (von 2024) demonstriert eine Schattenseite. Inzwischen haben Gauner einen Geldautomaten im Bankfoyer dahinter gesprengt. Darum ist das Licht zurzeit aus.
Aber wie sagt man so schön? Selten wo Schatten, wo nicht auch Licht ist. Oder: Selten wo ein Schaden, wo nicht auch ein Nutzen ist. Obwohl – die Bankomatspengung für niemanden einen Nutzen brachte, denn die Gauner gingen leer aus.
Du siehst also: Es ist nahezu unmöglich, einen Text zu schreiben, der völlig ohne Schattenseiten auskommt. Geh einmal die Bücher durch, die du kennst: Keine Geschichte ohne Problem.
Nicht einmal kitschige Filme kommen ohne Gefahr aus. Oder was glaubst du, was dieser blasse Hausfreund will? Und je hochwertiger die Literatur ist, desto verworrener die behandelten Probleme.

Doch heute soll es einfach nur um Wunder gehen. Darum werfe ich einen Blick auf die Etymologie des Wortes.
Verworrene Angelegenheiten, verwirrte Personen
Schon seit dem frühen Mittelalter gehören wunder und wuntarlih (Mittelhochdeutsch) zum Wortschatz und könnten sich von „winden“ ableiten, was wiederum dem lateinischen perplexus (dt. verworren, unergründlich) entspricht. (Vgl. Kluge: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 25. Auflage, Berlin / Boston. De Gruyter 2011, S. 996.)

Fällt dir was auf? Ein Wunder muss laut der Ur-Wortbedeutung also nicht unbedingt ein Glücksbringer sein, sondern einfach nur unergründlich. Wenn der Herr am Bild im Stadtpark einem Drachen begegnet, ist das unergründlich, aber nicht unbedingt erquickend. Wer weiß, was dem noch einfällt?
Also, ich frage mich jetzt schon, ob „Wunder“ (mhd. wunder) und „Wunde“ (mhd. wunde) nicht näher zusammenhängen. Mein etymologisches Wörterbuch stellt keine direkte Verwandtschaft zwischen den Worten her. Das muss ich noch genauer recherchieren.

Auch im Song nehme ich auf dunkle Durststrecken Bezug, die eventuell Wunden hinterlassen haben, ehe das Wunder eintreten konnte:
Ein Wunder – der Song
Jahre – in der Wüste verbracht
Haben die Ernte reicher gemacht.
Jahre – vieles bereut,
Dennoch Saat ausgestreut.
Garten Eden in voller Pracht,
Letztendlich hat alles Sinn gemacht.

Refrain: Ein Wunder! Ein Wunder! Ein Wunder, das zeigt, dass es Bestimmung gibt.
Ein Wunder! Ein Wunder! Ein Wunder, das zeigt, dass Zeit Wurscht ist, wenn man liebt.
Gewandert – durch düstere Schlucht
Die ganze Zeit nur dich gesucht.
Erkenntnis, die mich berührt:
Der Weg war die ganze Zeit geführt.
Wunder, dass ich heut hier bin.
Letztendlich macht alles Sinn.

Refrain: Ein Wunder! Ein Wunder! Ein Wunder, das zeigt, dass es Bestimmung gibt.
Ein Wunder! Ein Wunder! Ein Wunder, das zeigt, dass Zeit Wurscht ist, wenn man liebt.

Nun, ich glaube schon, dass die Welt voller Wunder steckt, voller unergründlicher Vorgänge und Geschehnisse.

Die Natur beweist es mit den vielfältigen Schönheiten, die sie hervorbringt. Diese Röslein, die im Frühling blühen, finde ich besonders schön. Das sind angeblich die Blüten der Hagebutten. Ich freue mich immer, wenn sie in voller Blüte stehen und wundere mich über so viel Schönheit.


Apropos Lichtbrechung: zum mythenumrankten, symbolträchtigen Regenbogen muss ich wohl nicht viel erklären. Auch wenn sich gerade „nichts Besonderes“ tut und man nicht irgendwo in der Ferne auf Urlaub ist, gibt es auf Schritt und Tritt Wunder, die zwar nicht mehr unergründlich aber trotzdem wunderschön sind.
Ich persönlich liebe ja Wolken ganz besonders und eines meiner liebsten Hobbys ist „in die Luft zu schauen“. Diesen Himmel habe ich im August 2024 von der Franz-Josefs-Bahn aus bei Hadersdorf am Kamp fotografiert. Wenn der Sommerwind Getreidefelder streichelt, sodass ich ein Rauschen höre, die Vogerln zwitschern und die Sonne durch ein paar Wölkchen mehrfarbige Strahlen schickt, dann finde ich das wundervoll.

Ich wünsche dir, dass du heute noch mindestens ein Wunder entdeckst und kann dir jetzt schon versprechen, dass du nächsten siMOuNTAG das Wunder eines neuen Blogbeitrags erleben kannst!
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