Simoun denkt laut

Dieser Blog ist ein Weg, den ganz normalen Wahnsinn des Lebens zu verarbeiten. Ich sammle täglich Worte und Phrasen, die uns zeigen, welchem Diskurs wir uns fügen, nach welchen Glaubenssätzen wir unser Leben ausrichten, denn Sprache dient nicht nur zur Kommunikation, sondern erschafft Realität.

Zwar ist unser gemeinsames sprachliches System ein offenes, das sich ständig wandelt, dennoch ist uns oft nicht bewusst welche gängigen Sager, Floskeln, Glaubenssätze wir da unhinterfragt übernehmen und somit zu unserer Realität machen.

Schon während des Erlernen der Kulturtechniken Lesen und Schreiben fing ich Feuer – welch großartiges Werkzeug, mich auszudrücken, ich da in die Hand bekam. Gezeichnet hatte ich ja schon seit ich einen Stift halten konnte, aber auch noch Text hinzufügen zu können, das machte mich ganz kribbelig.
Mit der Musk war es ähnlich. Natürlich war es anfangs mühsam, mit der linken Hand am Klavier etwas Anderes zu spielen als mit der rechten. Es war auch anstrengend, die Gitarrensaiten in Griff zu bekommen. Da hingen mir schon mal die Hautfetzen von den schmerzenden Fingerkuppen. Vom akustischen Terror der ersten Geigenjahre brauche ich euch wohl nichts zu erzählen. Aber das alles ist es wert. Ist man einmal über das erste Kritzikratzi, das erste Üben der korrekten Buchstabenformen, die Anfängerübungen an Musikinstrumenten hinaus, dann eröffnet sich eine bunte, endlos scheinende Welt voller Möglichkeiten des Ausdrucks.


Ich habe immer nur diese Welt geliebt. Alles Andere ist Plan B. Und von Plänen B, die es durchaus gibt, möchte ich in dieser Rubrik gar nicht erst anfangen.

Jeden Montag um 7 Uhr morgens erscheint ein neuer Blog-Beitrag. Hier findest du die neuesten Song-Geschichten:

  • Unser Konzert am 27. Juni
    Am Samstag geht es in Feuersbrunn feurig zu, denn wir haben wieder eine Menge Lebensweisheiten und Gschichtln in unseren Gitarrensäcken. Hier gibt es sie alle zum Vor-oder Nachlesen. Denn – wie Ihr wisst – gibt es bei uns keinen Song ohne Anekdoten und fast kein Erlebnis, das nicht einen ordentlichen Song verdient hat.
  • Meine Sicht auf das Prinzip der Vergebung
    Der Vergebung wird eine große heilende Kraft nachgesagt. Ich halte diesen Terminus nicht in allen Fällen für angebracht. Meiner Erfahrung nach kann das Wort “Vergebung” wie eine Einladung klingen. Weil ich mich selbst ohne fatalistischen Masochismus von Groll befreien will, halte ich den Ausdruck „In-die-Irrelevanz-entlassen“ für gesünder.
  • Ist das Gras anderswo wirklich grüner oder ist es g’hupft wie g’hatscht, wo man ist?
    Bitte schau mal über dieses attraktive Gartentürl: Sind Gras und Blätter da drinnen nicht um einiges grüner als bei dir zuhause? Nein? Tja, was bedeutet denn dann das sogenannte Grass-is-greener-Syndrom? Kennst du wenigstens das?… Read more: Ist das Gras anderswo wirklich grüner oder ist es g’hupft wie g’hatscht, wo man ist?
  • Noch nicht reif
    Da ist eine Sache schon viele Jahre her und trotzdem wurmt sie einen noch. Das ist doch nicht normal! Vielleicht liegt es daran, dass wir jetzt immer noch über unsere Fehler sprechen, als wären sie heute noch relevant. Und Schuld ist wieder einmal die Grammatik.
  • Abschied von Papa
    Dieser Simountag steht im Zeichen der Trauer. Trauer ist für mich nichts, wovon man sich ablenken sollte, um auf andere Gedanken zu kommen. Schon gar nicht will ich sie möglichst flott verdrängen, um wieder… Read more: Abschied von Papa