Das ist ja zum Niesen

Das ist ja zum Niesen

Das lustig-bunte Titelbild soll nicht darüber hinwegtäuschen, dass es sich um ernste Angelegenheiten handelt: rote Nasenlöcher, Rotz-Katapulte und Klopapier, das zum Schleifpapier taugen würde. Fünf Gründe, warum Schnupfen zum Kübeln ist, fünf weitere, warum es ihn geben muss und fünf Tipps, wie man ihn überlebt.

Vorigen Freitag, als ich voller Vorfreude auf das Wochenende nach Hause kam, geschah etwas Unerwartetes.

Ich wollte mich nur kurz auf die Couch legen, weil ich mich erschöpft fühlte. Kaum lag ich, war ich – ZACK BUMM – krank. Weil mich der grippale Infekt so überraschend überfallen hatte, waren keine Taschentücher daheim. Also riss ich das Klopapier dafür her.

Klopapier hat einen Nebeneffekt: Es macht das Näschen rot. Vor allem, wenn man alle fünf Sekunden schnäuzen muss, weil’s Naserl so rinnt. Dabei kaufe ich immer weiches Häuslpapier – mit Tigerpfötchen auf der Rolle.

Ich erinnere mich an das graue Recycling-Klopapier meiner Schulzeit. Das hättest du nur über einen Schleifblock wickeln müssen und du hättest jede Türe von Lack befreien können. Was dieses Papier mit der Nase anstellt, kannst du dir vorstellen. Da fließt Blut.

Nun gut, die Freude über mein Wochenende wurde von besserem Klopapier aufgesaugt und statt meinen Hobbys nachzugehen, tat ich vor allem eines: Niesen. Und das in Serie.

Fünf Gründe, warum wir grippale Infekte verabscheuen

  1. Weil wir schnell als Aussätzige gelten, wenn wir das rauslassen, was raus muss.

2. Weil die anderen schnell als aussätzig gelten, wenn sie rauslassen, was raus muss. Überhaupt wenn uns jemand am Chinesen-Buffet auf den gefüllten Teller niest. So grauslich!

3. Weil man sich andauernd dafür rechtfertigen muss, ein paar Tage unbenutzbar zu sein.

4. Weil Arztbesuche einen in diesem Zustand ganz schön zum Zorn reizen können.

5. Weil man so schwer Luft kriegt, Kopf, Glieder und Hals schmerzen und überhaupt.

Zornig nieste ich durch die Wohnung, schnäuzte unzählige Klopapierfetzen voll und wurde nicht nur von Minute zu Minute kranker, sondern auch wütender. So eine Verkühlung bringt doch niemandem etwas! Wenn es wenigstens eine Belohnung für die Leiden gäbe!

Ich dachte an die beiden wertvollen, freien Tage, die ich nun mit verstopfter Nase, Brummschädel und völliger Abgeschlagenheit verbringen musste. Ich recherchierte, ob dieser Zustand nicht auch eine sonnige Seite zeigen könnte:

Fünf Gründe, warum grippale Infekte okay sind

  1. Der Körper ist wehrhaft wie diese unbesiegbaren Helden der mittelalterlichen Versepen: Er erkennt Krankheitserreger als schädliche Eindringlinge und kämpft. Die Waffen? Keine Schwerter und Speere, sondern Husten, Rotz, Halsweh und Fieber …
  2. Niesen hat was Reinigendes, denn der Körper schleudert Reizstoffe raus. Weg damit! Wohin ist ihm egal.
  3. Also doch eine Belohnung: Kranksein macht stärker, weil das Immunsystem lernt und beim nächsten Mal früher reagieren und die Erreger besiegen kann, bevor es zum Rotzen und Husten kommt. (Sofern man es unterstützt. Angeblich soll Zucker ganz schlecht sein und unsere innere Armee schwächen. Aber Zucker ist ja immer der Böse.)
  4. Ein- bis zweimal jährlich Kranksein ist demnach ein Zeichen von Gesundheit und zeugt von einem reaktionsfähigen Immunsystem. Respekt! Der Körper beschützt mich vor unliebsamen Eindringlingen.
  5. Ein paar Tage untätig herumliegen und Serien schauen – ohne schlechtes Gewissen und ohne Druck, etwas leisten oder erleben zu müssen.

Und jetzt noch ein aufbauendes Bild:

Die nächste rotzfreie Zeit kommt bestimmt.

Nun ja, glorifizieren kann ich diese Schnupfenzeit jetzt trotzdem nicht.

So überlebe ich den Schnupfen: 5 Tipps

Ich bringe sie nur auf ein besseres Niveau, indem ich

  1. das Klopapier am WC lasse und mir gute Taschentücher besorge. Am besten mit Balsamschicht und Mentholgeruch.
  2. Inhalierstift (apropos Menthol) und Meerwassernasenspray nutze.
  3. mir nonstop Kräutertee einflöße.
  4. faul herumliege.
  5. die gepeinigten Nasenlöcher mit Heilsalbe eintupfe.

So, und nun nochmal zur Erinnerung das lustig-bunte Titelbild, das uns zeigen soll …

… des wird scho wieder!

Übrigens wird es auch an dieser Stelle wieder was geben: nächsten Montag um 7 Uhr einen neuen Blogartikel. Wenn dieser erscheint, werde ich schon wieder durchatmen können und du hoffentlich auch.

Schau rein:

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  • Wie vom Erdboden verschluckt
    Das Verliebtsein kann sich schon gut anfühlen – für jene, die sich finden. Aber es gibt einen bitteren Side-Effekt, für jene Wegbegleiter*innen, die links liegen gelassen werden, weil sie für die romantische Zweisamkeit so überflüssig sind wie ein drittes Rad am einspurigen Motorrad.
  • Wenn Ihr pfeift
    Es gibt nette Menschen, die dir vertrauensselig ins Gesicht lächeln und dabei und dabei Marionettenschnüre anlegen. Und bevor du das merkst, tanzt du schon nach ihrem Takt. Dabei lassen sie dich aber nicht (nur) ihren Dreck aufwischen, sondern erheben dich zu ihrer Daily Soap-Hauptperson oder ihrem Insta-Model.
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