Am Samstag, 9. Mai 2026 treten wir im Kulturverein Veranda in Hadersdorf am Kamp auf. Viele Weisheiten (oder das, was ich dafür halte) gibt es dann in Reinform und natürlich in Reimform. Als Vorgeschmack präsentiere ich heute ein paar Passagen, die am Samstag über die Bühne gehen.

Zuerst noch ein paar hard facts zum Konzert am Samstag: Einlass ist um 18 Uhr, Beginn um 19 Uhr.

Unser Starter ist am Samstag der Song “Ich sollte etwas sein”.

Ich sollte etwas reicher sein, etwas böser und durchtrieben, oder doch etwas besser und sozial engagiert? Eigentlich geht’s nur um den Gegensatz zwischen dem, was man laut Erwartungen der Gesellschaft zu sein sollen glaubt und was man tatsächlich ist.

Na ja, und was ist die Konsequenz, wenn es eh niemanden juckt?

Eigentlich eine logische Schlussfolgerung. Außerdem setzen wir uns wieder damit auseinander, was (nicht) normal ist:

Fakt ist: Wenn eine Gerade im Winkel von 90 Grad auf eine andere Gerade trifft, dann nennt man das “normal”.
Treffen zwei Geraden in einem größeren oder kleineren Winkel als 90 Grad aufeinander, ist das nicht normal.
Es ist auch nicht normal, wenn sich Papa nach tagelangem Zögern endlich ins Meer wagt und prompt von einer Feuerqualle erwischt wird, obwohl wir (damals Kinder) schon eine Woche sieben Stunden täglich in dem selben Meer unbeschadet geplanscht haben.
Wie viel Grad das Meer damals hatte, weiß ich nicht mehr, aber normal ist anders. Und gut auch.
Außerdem ist es nicht normal, soooo derartig früh zu einer Veranstaltung anzureisen, dass man sich noch ewig lang vor verschlossenen Türen die Beine in den Bauch stehen muss.

Übrigens: Steht die Ehrlichkeit eigentlich der Höflichkeit entgegen? Offenbar schon. Mein Opa wusste, dass es auf die Frage “Wie geht’s?” nur eine richtige Antwort gibt:

Na, wie lautet sie?

Doch wir verhandeln im Zuge unseres Gigs nicht nur das Frage- und Antwort-Spiel beim Grrrrrrriaßn, sondern vergessen auch die Schlaflosigkeit nicht.

Das Kopfkino einer solchen schlaflosen Nacht kann schon bizarr werden.

Aber auch ein bisserl Kritik an soziokulturellen Umständen darf sein.

Der Kapitalismus gilt zurzeit noch als die humane Alternative zum Feudalsystem, aber wehe, die Bonzen dehnen ihre Spielräume ins Ungesunde aus. Dann können wir nur noch eine taktisch kluge Ich-Botschaft entgegensetzen:

Ein gewisses Maß an Resignation lässt sich dabei nicht vermeiden:

Wenn sich das Humankapital nicht anders zu helfen weiß, als zu lamentieren.

Aber nun ist es vorerst genug mit Spoilern. Am Samstag gibt es mehr – und zwar hier:

Der Kulturverein Veranda in Hadersdorf am Kamp residiert in einem recht schönen Gebäude, das ganz früher ein Wirtshaus und dazwischen auch einige Jahre ein Puff war. Wir spielen dort das vierte Salonkonzert, seit es als Kulturstätte wiederauferstanden ist.

Ich freue mich, wenn du am Samstag in Hadersdorf vorbeischaust. Mehr groteske Weisheiten wachsen hier jeden Montagmorgen wie Schwammerln aus dem Boden:

  • Wunschlos unzufrieden
    Was würdest du wollen, wenn du alles haben oder tun könntest? Ich meine jetzt nicht Wünsche, die die ganze Welt betreffen, sondern nur dich und dein Leben. Fällt dir etwas ein? Gut! Denn es soll Leute geben, die keine Wünsche haben, aber trotzdem chronisch unzufrieden sind.
  • Wie vom Erdboden verschluckt
    Das Verliebtsein kann sich schon gut anfühlen – für jene, die sich finden. Aber es gibt einen bitteren Side-Effekt, für jene Wegbegleiter*innen, die links liegen gelassen werden, weil sie für die romantische Zweisamkeit so überflüssig sind wie ein drittes Rad am einspurigen Motorrad.
  • Wenn Lebensphilosophie grotesk wird – und zwar live
    Am Samstag, 9. Mai 2026 treten wir im Kulturverein Veranda in Hadersdorf am Kamp auf. Viele Weisheiten (oder das, was ich dafür halte) gibt es dann in Reinform und natürlich in Reimform. Als… Read more: Wenn Lebensphilosophie grotesk wird – und zwar live
  • Wenn Ihr pfeift
    Es gibt nette Menschen, die dir vertrauensselig ins Gesicht lächeln und dabei und dabei Marionettenschnüre anlegen. Und bevor du das merkst, tanzt du schon nach ihrem Takt. Dabei lassen sie dich aber nicht (nur) ihren Dreck aufwischen, sondern erheben dich zu ihrer Daily Soap-Hauptperson oder ihrem Insta-Model.
  • Warum wir heuer keine Klamotten kaufen
    Es soll mir nie wieder jemand damit kommen, Schulabschlussarbeiten seien für’n Hugo. Jene meiner Tochter ist noch nicht einmal ganz fertig und schon hat sie mein Mindset verändert, denn sie hat mir Shopping… Read more: Warum wir heuer keine Klamotten kaufen

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