Es soll mir nie wieder jemand damit kommen, Schulabschlussarbeiten seien für’n Hugo. Jene meiner Tochter ist noch nicht einmal ganz fertig und schon hat sie mein Mindset verändert, denn sie hat mir Shopping verleidet – kein KiK, kein Hugo. Machst du mit bei der Kaum-Klamotten-Kauf-Challenge 2026?

Ich las die Diplomarbeit nur kurz gegen, aber zwei entscheidende Erkenntnisse trafen mich wie ein Blitz:

  1. Es werden viel zu viel Klamotten produziert. (Eigentlich nix Neues)
  2. Kleidung-Shoppen taugt nicht als Hobby. (Auch nicht neu.)
Klicke hier, wenn du wissen willst, wie oft ein Fast Fashion-Kleidungsstück im Durchschnitt getragen wird.

Sieben bis zehn Mal, dann ist Sense.

Wir ersticken noch in Textilien, wenn es so weitergeht.

Das Thema: Recycling von Mode und das Problemfeld ‚Fast-Fashion‘. Die Trigger-Botschaft: Die Welt droht in Massen von minderwertigen Textilien zu ersticken. Ein großes Problem ist Materialmix (z.B. Baumwolle+Polyester), denn das lässt sich nicht recyceln.

Die Textilcontainer des GV Krems sind notorisch überfüllt. Die Mengen an gesammelten Alttextilien steigen seit Jahren kontinuierlich.

2024: +30 % Sammelmenge im Bezirk Krems gegenüber dem Vorjahr. Treiber: Ultra-Fast-Fashion, immer kürzere Modezyklen, immer mehr Wegwerftextilien.

Das Caritas-Lager (Carla) Krems erhielt im Jahr 2024 220 Tonnen Alttextilien, wovon 52 Prozent nicht verwertbar waren. Nach einer Kampagne und stärkerer Selektion kamen 2025 „nur“ 156 Tonnen, wovon erst wieder 46 Prozent unverwertbar waren.

Wenn du Billigsdorfer-Läden betrittst, vernebelt dir erst einmal Polyester-Dampf die Sinne, dann erkennst du den Ozean an Billigware – gefertigt in Billiglohnländern und aus minderwertigstem Material, um sieben bis zehn Mal getragen zu werden.

Ich möchte jetzt gar nicht zu viel spoilern. Mehr hard facts gibt es nach Abgabe und Benotung der Diplomarbeit. Aber ich kann euch jetzt schon ankündigen:

Die Kaum-Klamotten-Kauf-Challenge 2026

Dieses Jahr möchte ich keine neuen Klamotten kaufen. Wenn, dann nur Second Hand. Ihr seid meine Zeugen und dürft mich schimpfen, wenn Ihr mich bei TK Maxxx an der Kasse mit einem Berg Pullis erwischt.

Dieses Jeanshemd kaufte ich mir am 31. Dezember 2025, weil ich schon lange ein dunkles, steifes Levis-Hemd haben wollte. Bis jetzt habe ich es noch nicht getragen. Es soll der letzte Klamotten-Kauf für mindestens ein Jahr gewesen sein.

Gegen Textilmüllberge

Es ist nicht einmal ein Tropfen auf den heißen Stein, wenn ich ein Jahr keine Kleidung kaufe, aber sind wir ehrlich: Es kann auf Dauer nicht so weitergehen. Massenhaft Billigkleidung unter unmenschlichen Bedingungen produzieren lassen, um den Markt zu überschwemmen und letztendlich die Welt in Alttextilien zu ersticken?

DAS

GEHT

SO

NICHT

MEHR!

Wenn du dich der Kaum-Klamotten-Kauf-Challenge 2026 anschließen möchtest, dann lass es mich irgendwie wissen. Irgendwo muss man anfangen.

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