Ein Traum

Ein Traum

Wiederkehrende Träume sind nichts Außergewöhnliches, aber manche Träume können schon nachhaltiger erschüttern als andere. Zum Beispiel, wenn ich mich in Geiselhaft befinde, mit einem Tiger kuschle oder mir den Schädel kahl schere. Dann wird das Aufwachen zur großen Erlösung.

Heute möchte ich euch von äußerst befremdlichen Träumen erzählen, die mich in den vergangenen Nächten nachhaltig bewegt haben. Obwohl ich diesen Blog ansonsten bewusst ohne KI gestalte, lass ich diese Träume heute von ChatGPT deuten. Die Kurzfassung davon kannst du lesen, wenn du auf die kleinen Dreiecke am Ende der Traumerzählungen tippst.

Traum 1: In der Gewalt zweier Damen


Zwei Frauen hielten mich in einer großstädtischen Altbauwohnung fest. Eine ältere Frau Mitte Sechzig und eine jüngere, zarte mit braunem Nackendutt.

Diese beiden Frauen hielten mich in einer gediegenen Wohnung gefangen.
Sie sprachen wenig mit mir, taten mir keine Gewalt an, ließen mich keinen Sklavendienst verrichten, und ich konnte mich in der Wohnung frei bewegen.


Manchmal kamen andere Menschen zu Zusammenkünften in die Wohnung und ich hatte den Eindruck, es handle sich um eine Sekten-Community. Weil ich keinen Sinn in meiner Gefangenschaft sah und schön langsam durchdrehte, begann ich in der Wohnung zu randalieren.

Vor den Augen der beiden Frauen schritt ich zu einer Kommode, auf der ein großes Tablett voller Bleikristallgläser für die nächste Versammlung bereitgestellt war und strich alle Gläser mit einer brutalen Handbewegung zu Boden, dass es nur so klirrte.


Niemand tadelte mich, ich wurde völlig ignoriert und die Junge kehrte den Scherbenhaufen weg. Ein anderes Mal verging ich mich an den Glasvitrinen, öffnete sie mit Brachialgewalt und schmiss all die Vasen, Saucieren, das Porzellanservice an die Wände. Stillschweigend räumten die Frauen den Saustall auf – immer wieder. Aus Verzweiflung begann ich, die beiden zu attackieren.

Ich packte die Junge am Genick, presste ihr dabei brutal meine Fingernägel in die Haut und schrie: „Warum lasst ihr blöden Trampeln mit nicht gehen? Was soll ich da?“
Sie blieb ruhig und sagte nur: „Wir bilden dich zu einer Führungskraft aus. Wir sehen, dass du das Potential hast. Wir haben dich bald so weit.“


Ich brüllte: „Ich will raus hier! Eure Community interessiert mich einen Dreck!“ Und wieder zerschmetterte ich, was ich erwischen konnte. Im Traum war es eine lange Zeit, die ich dort in Gefangenschaft verbrachte und eines Tages fand ich ein Fenster hinter einer Tapetentüre.

Die Wohnung war im Erdgeschoß und erspähte ausgerechnet vor dem Fenster einen Polizisten. Also klopfte ich an die Scheibe und machte mit der rechten Hand jene Bewegung, die bedeutet „Hilfe, mir wird Gewalt angetan“. Der Polizist nickte.

Später mussten Leute an der Türe gewesen sein, denn ich hörte die beiden Frauen sagen: „Nein, der wird keine Gewalt angetan, sie tut uns Gewalt an.“ Ich entkam den beiden Frauen trotzdem, aber nicht, weil die Polizei mich befreite, sondern weil ich erwachte. Meine Erleichterung war an diesem Morgen riesig.

Wie ChatGPT diesen Traum deutet


Du fühlst dich von äußeren Erwartungen oder subtilen Autoritäten kontrolliert, gegen die du rebellierst, aber scheinbar ohne Wirkung. Der Traum zeigt deinen inneren Widerstand gegen Fremdbestimmung und die Ohnmacht, die du dabei empfindest.

Traum 2: Igel in meiner Obhut


Mir wurde von einer Institution ein Igel zur Betreuung übergeben, doch der Igel wollte gar nicht bei mir sein und biss mich bei jeder Gelegenheit.

Ich kaufte Katzenfutter für ihn, trug ihn spazieren und ließ ihn an meinem Leben teilhaben, aber er riss sein Mäulchen auf und schnappte nach mir, anstatt das Futter anzunehmen.


Während eines Spaziergangs sahen wir aus der Ferne seinen früheren Besitzer, sozusagen sein Herzens-Herrli. Warum ich das wusste, ist mir nicht klar, ich wusste es eben. Das Herrli hatte uns noch nicht entdeckt und ich spielte kurz mit dem Gedanken, ihm den Igel zu übergeben, um selbst wieder Ruhe zu haben vor dem aggressiven Tier, doch dann wurde ich gewahr, dass der ganze bisherige Aufwand umsonst gewesen sein würde und ich auf dem Katzenfutter sitzenbleiben würde, also verbarg ich das strampelnde, beißende Tier in meiner Jacke und behielt es.

Wie Chat GPT diesen zweiten Traum deutet


Hier übernimmst du Verantwortung für etwas, das dir schadet, hältst aber daran fest, weil du schon viel investiert hast. Der Traum thematisiert Selbstbindung aus Pflichtgefühl, Angst vor Verlust oder dem Wunsch, den eigenen Aufwand nicht umsonst erscheinen zu lassen.

Traum 3: Kuscheln mit dem Tiger


Aus irgendeinem Grund war ich in ein Tigergehege gelangt. Die Raubkatze wollte mich anfallen, aber ich nahm all meinen Mut zusammen und blieb ruhig.

Der einzige Tiger, der zugegen war, kam auf mich zu, brüllte aggressiv und sprang mich an. Ich war zwar starr vor Angst, nahm aber an, diese Raubkatze sei ausreichend gefüttert worden und habe eigentlich kein Interesse, mich zu zerfleischen.


Ich redete mir ein: „Tiger sind ja auch nur Miezekatzen, wenn auch riesige.“ Und so begann ich den gestreiften Kater zu kraulen, er ließ sich besänftigen, schnurrte, kuschelte mit mir und legte sich – mir mir als Kuschelpuppe in den Pranken – schlafen. Ich wusste zwar, dass ich wegen der großen Gefahr kein Auge zutun würde, dennoch fühlte sich die Wärme und Nähe des kräftigen Tieres beinahe an wie Geborgenheit.

Als ich in den Armen des schlafenden Tigers lag, verspürte ich eine Mischung aus Angst und Zuneigung.


Ich laborierte also schon an einer Art Stockholm-Syndrom, als ich draußen vor dem Gehege einen Nachtwächter vorbeigehen sah. Abruptes Aufrichten wäre zu gefährlich gewesen, aber ich streckte langsam meinen rechten Arm empor und formte mit der Hand wieder die „Hilfe, mir wird Gewalt angetan“- Geste. Ich sah den Wächter nicken und davoneilen.

Bald darauf hörte ich Stimmen, von denen auch der Tiger erwachte. Er blickte mich fragend an und ich zuckte nur unschuldig die Schultern. Ich flüsterte: „Vielleicht gibt es Futter?“ Doch mir wurde bewusst, dass das Raubtier eventuell kein Deutsch verstehe und machte durch mehrmaliges Zum-Mund-Führen der Hand die Geste, dass eventuell Essen anstehe.

Indes waren ein Tierarzt und ein Pfleger auf leisen Sohlen herangeschlichen und ehe der Tiger sich versah, wurde ihm eine Injektion in die Pranke gestoßen. Kurz wollte er sich aufbäumen, schon sank er bewusstlos zu Boden.

Es tat mir einerseits unglaublich leid, weil ich das Gefühl hatte, dem Tiger in den Rücken gefallen zu sein, andererseits war ich erleichtert und konnte mit dem Pfleger das Gehege verlassen. Fragen, wie ich in das Gehege gelangt war, brauchte ich keine mehr zu beantworten, denn wieder erwachte ich mit Erleichterung, wenn auch mit Befremdung.

Wie ChatGPT den dritten Traum deutet


Du gerätst in eine gefährliche Situation, gehst aber strategisch damit um – indem du Nähe suchst, Ruhe bewahrst und schließlich Hilfe holst. Der Traum zeigt den reifen Umgang mit Bedrohung: nicht blinder Widerstand oder Opferhaltung, sondern kluge, kontrollierte Aktion.

Wie ChatGPT diese drei Träume in Kombination deutet


Deine Träume kreisen um den Umgang mit Fremdbestimmung, Belastung und Gefahr – vom verzweifelten Aufbegehren, über das Festhalten an schädlichen Bindungen, bis hin zum bewussten, klugen Handeln und dem Annehmen von Hilfe. Sie zeigen eine innere Entwicklung vom impulsiven Kampf zur reflektierten Selbstbefreiung.

Eine Gemeinsamkeit haben alle drei Träume: Aus ihnen aufzuwachen, war eine große Erleichterung. Schon vor Jahren schrieb ich einen Song, der zwar von anderen Traum-Topoi handelt, aber im Refrain die Erleichterung des Erwachens ausdrückt:

Ein Traum – der Song

Ich hab ein Verbrechen begangen 
und bin nun auf der Flucht.
Auch wenn sie mich niemals fangen,
so bin ich doch verflucht.
Hab ich was geraubt? War's Mord im Affekt?
Egal, ab jetzt leb ich in Furcht und versteckt.

In Stophe 1 bin ich, obwohl im echten Leben unbescholten, aus einem unbekannten Grund auf der Flucht vor der Polizei. Doch im folgenden Refrain tritt mit dem Aufwachen die Erleichterung ein, wenn ich bemerke:

Es war ein Traum, nichts als ein Traum!
Konsequenzen gibt's wohl kaum.
Ich bin übersiedelt und weiß nicht, wieso!
Die Fenster sind undicht und ich find kein Klo.
Der Wohnungswechsel ging mir viel zu schnell
und für die alte zahl ich parallel.

Tatsächlich bin ich – nachdem ich diesen Song schon x-mal gesungen habe, ein paar Mal übersiedelt. Zwar konnte ich ein Klo finden, aber parallel zahlen musste ich. Darum halte ich mich nun mit diesem Song zurück, denn es soll ja nicht alles wahr werden, was ich da singe. Träume ich jetzt vom Übersiedeln, dann bin ich beim Erwachen froh:

Es war ein Traum, nichts als ein Traum!
Konsequenzen gibt's wohl kaum.
Ich hab mir meinen Schädel geschert, 
nun wird den Haaren nachgereart. (nachgeweint Anm.)
Wie konnte ich mich nur so schrecklich entstellen?
Das Haupthaar wird mir entsetzlich fehlen.
Es war ein Traum, nichts als ein Traum.
Konsequenzen gibt's wohl kaum.

Das ist die wahre Geschichte der wiederkehrenden Träume. Auch wenn die Traumerlebnisse nicht real sind, so sind die durchlebten Emotionen doch echt.

Auch dieser Blog ist wiederkehrend, denn jeden Montag um 7 Uhr morgens erscheint ein neuer Blog-Beitrag voller Emotionen. Hier findest du die neuesten Song-Geschichten:

  • Die gute und die schlechte Abhängigkeit
    Der Kapitalismus steht über allem, auch über dem Patriarchat. Oder warum sonst haben Chefs eigentlich noch Besitzansprüche, die Ehemännern von Rechts wegen längst entzogen wurden, weil sie unmoralisch sind? Warum ist es legitim, sich von Unternehmen in einer Art ausnutzen zu lassen, die man in einer Beziehung nicht mehr dulden würde?
  • Positives Festkleben
    Die Lehre von der Macht des positiven Denkens ist schon ein gutes Geschäft. Wer seinem Mindset die alleinige Schuld an allen äußeren Umständen zuschreibt, bleibt vielleicht zu lange in einer toxischen Situation kleben und holt sich eben Hilfe bei Gurus, um sie zu ertragen. Dabei kommt nicht alles Gute oder Schlechte nur von innen.
  • Voll gefoggt
    Was haben manche Gespräche und Verhandlungen mit Zauberkunst zu tun? Sie entwickeln sich durch Ablenkung ganz anders als erwartet. Wenn der rote Faden im Nebel verschwindet, dann steht ein Gesprächspartner auf und geht, denn er hat erfolgreich „Fogging“ betrieben und somit gewonnen.
  • ‘Sie ist ja selber schuld’
    Das Special zum Valentinstag kann eigentlich gleich nahtlos ins Weltfrauentag-Special übergehen, denn es hängt ja eh alles zusammen. So wie manche Menschen den Valentinstag als unnötig betrachten, weil er ja ohnehin nur ein Turbo für den Blumenhandel sei, so halten einige den Internationalen Frauentag für überholt. Der Mann sei ja ohnehin nur Spiegel des Selbstwertes der Frau.
  • “Ich war zu wählerisch”
    Manchen geht der Plan eines gutbürgerlichen Ehelebens nie auf, obwohl sie die besten Voraussetzungen hätten. Warum das so ist, versuche ich am Beispiel von Ferdinand herauszufinden. Offenbar hat er sich die Hörner jetzt abgestoßen, denn im Interview erzählt er von zu hohen Ansprüchen, Neurosen und Selbsterkenntnis.

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