Die Geschichte einer Steherin, die sich vom Baustellenbetrieb nicht niedermachen ließ, obwohl alle Blumen ringsum längst niedergemetzelt waren. Wenn Bautrupps anrücken, ist ein Pflanzenleben eigentlich nichts mehr wert, aber diese eine Tulpe blieb einfach stehen. Dank einer achtsamen Retterin fängt sie jetzt ein neues Leben an – bei mir.
Anfang April 2026 rückten am Hafnerplatz im Kremser Stadtzentrum die Bauarbeiter an – samt schweren Gerät, schließlich gilt es, den Platz völlig umzustrukturieren. Einige asphaltierte Flächen sollen entsiegelt werden, warum auch bald Brocken von Straßenbelag auf einer grünen Insel des Platzes landeten, auf welcher wunderschöne Frühlingsblumen standen.

Während der ersten Woche des Baubetriebs sah ich sie dort wacker stehen: die letzte Tulpe vom Hafnerplatz – und postete sie in sozialen Medien.
Während der zweiten Woche des Baubetriebs türmte sich noch mehr Abbruchmaterial auf der ehemaligen Blumeninsel vom Hafnerplatz. Ich glaubte, meinen Augen nicht trauen zu können, als sie immer noch wacker und aufrecht stand:

Rosie Bachinger, die Leiterin des Präsidialamtes und der Öffentlichkeitsarbeit der Stadt Krems verfolgte meine Postings und war selbst schon auf die letzte Tulpe vom Hafnerplatz aufmerksam geworden. Die beherzte Frau grub sie behutsam aus und schenkte sie mir.

Rosie Bachinger (r.), die Retterin der letzten Tulpe vom Hafnerplatz, schenkte mir die verblühte Tulpe samt Zwiebel im Zuge des Journalistenempfangs der Stadt Krems. In der Mitte steht Bürgermeister Peter Molnar.

Wie geht es weiter?
Sind die Blätter vertrocknet, gibt es zwei Möglichkeiten. Am einfachsten ist es, die Zwiebeln auszugraben. Anschließend müssen sie vom Laub befreit, gesäubert und getrocknet werden. Das geht zum Beispiel gut in einem Netz, das an einer trockenen Stelle aufgehängt wird.
Wichtig: Nur gesunde Blumenzwiebeln aufbewahren.
Nach dem Trocknen sollten die Zwiebeln an einem kühlen, dunklen und trockenen Ort lagern, etwa in einer Papiertüte oder einem Korb.
Im Herbst können die Zwiebeln wieder in die Erde gesetzt werden.

So hat die letzte Tulpe vom Hafnerplatz bei mir ein neues Zuhause gefunden. Ich werde sie trocknen lassen, im Herbst wieder in die Erde setzen und hoffen, dass sie sich nächsten Frühling wieder sehen lässt.
Danke, dass du die Geschichte der letzten Tulpe vom Hafnerplatz mitverfolgt hast. Jeden SiMOuNTAG erscheint ein neuer Beitrag:
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