Ohne schlechtes Gewissen auf sich zu schauen, ist für manche gar nicht so einfach. People Pleaser und Energievampire ziehen einander magnetisch an, denn wer seine Bedürfnisse zurücksteckt, meistens “ja” sagt und keine Grenzen steckt, den finden die Blutsauger immer! Hier gibt es vier Schritte raus aus der Sklaven-Falle.
Es ist immer das selbe: Eine Nachbarin, die lästig wird, weil sie spürt, dass du keine Grenzen setzt. Du bist immer für sie da, sie kann dir in stundenlangen Telefonaten täglich die gleichen Dinge schildern und dich für Besorgungen (Zigaretten holen, kleine Einkäufe, … ) benutzen.
Die „Freundin“, deren Haustiere du hütest und die hinter deinem Rücken kräftig über dich schimpft, wenn du einmal keine Zeit hast. Oder Geschichten mit potentiellen „Partnern“, die letztendlich nur aufs unverbindliche Ausnutzen aus sind.

Ja, diese Menschen sind belastend und man könnte direkt den Glauben an das Gute verlieren.
People Pleasing ist das Problem
Aber der gemeinsame Nenner all dieser ausnutzenden, toxischen Bekannten ist eine wiederkehrende Rolle, in die man sich immer wieder manövriert.

Ohne diese Leute verteidigen zu wollen: Vielleicht sind es halbwegs normale Menschen (die durchaus grenzverletzend und ausnutzend sind). Das essentielle Problem ist aber: Du erkennst oft zu spät, dass deine Grenzen überschritten werden. Du bist zum People Pleaser geworden.
People Pleaser stecken ihre eigenen Bedürfnisse zurück, weil sie es anderen immer recht machen wollen, um Konflikte zu vermeiden. Typische Anzeichen sind reflexartiges Ja-Sagen, Angst vor Ablehnung und ständige Überforderung.
People Pleasing zieht Energievampire an.
Die konstruktive Frage lautet also nicht: „Warum sind die alle so?”
Sondern: „Woran erkenne ich früher, dass mir etwas nicht guttut?“
Vier Schritte raus aus dem Muster
Das oft zitierte „Nein sagen“ ist wichtig, braucht aber ein Fundament. Anstatt es allen anderen recht machen zu wollen und auf deren Bedürfnisse zu achten, hat zuerst etwas Anderes Priorität:
- Lerne wahrzunehmen, was du gerade brauchst. Das klingt vielleicht banal, aber nach eigener Erfahrung liegt hier die Wurzel des Musters. Bei aller Anstrengung, dauernd die Gefühlslage der anderen abzuchecken, hast du vergessen zu fühlen. Frag dich mal: Wie geht es mir gerade? Habe ich überhaupt Lust auf Besuch? Gefällt mir das, was gerade abgeht? Was brauche ich?
- Rechtzeitig erkennen, wenn’s kippt. Grenzüberschreitungen beginnen meistens ganz klein und man öffnet ihnen selbst Tür und Tor. Z.B. Die Nachbarin ruft schon wieder an, um ihre tägliche Litanei abzusondern. Ich möchte in Ruhe lesen, gehe aber trotzdem ans Handy und bin eine Stunde später völlig erschöpft. Der entscheidende Moment war eigentlich in der ersten Sekunde, als ich den Anruf zurückweisen hätte können. Nach einer Stunde Telefonat war die Grenze überschritten.
- Das schlechte Gewissen beobachten. Nicht fragen: „Habe ich richtig gehandelt?“ Sondern: „Warum bekomme ich eigentlich Schuldgefühle, wenn ich mich selbst schütze?“ Vielleicht sind die Gewissensbisse Überbleibsel aus der Kindheit, als Anpassung überlebenswichtig war.
- Kleine Grenzen statt großer Konfrontationen. Wer sich selbst schützen will, muss nicht beinhart sein. Vielleicht kannst du mit Einschränkungen beginnen, wenn du nicht gleich „nein“ sagen kannst. „Heute habe ich nur zehn Minuten Zeit.“ „Dieses Mal kann ich leider nicht für dich einkaufen.“ Nicht erklären! Nicht entschuldigen! Nur informieren!
Und jetzt bist du bereit für das berühmte NEIN.

Leg dir so eine Tabelle an:
Ich glaube, wir sind uns einig, dass dieses Muster von Anfang an durch entsprechende Kommunikation im Keim erstickt werden muss. Um aus früheren Fehlern zu lernen, könntest du dir eine Übungstabelle anlegen:
| Situation | Was wollte ich eigentlich? | Was habe ich tatsächlich getan? | Wie sorge ich nächstes Mal besser für mich? |
| Nachbarin ruft an | In Ruhe lesen | abgehoben, 50 min. zugehört | nicht abheben, Zeitlimit festlegen |
Aha-Effekt: Ich bin auch für mein Wohlergehen zuständig
Die Selbstfürsorge ist der springende Punkt. Das Credo der bedingungslosen Hilfsbereitschaft anderen gegenüber könnte einem neuen Glaubenssatz weichen:
„Ich bin genauso verantwortlich für mein eigenes Wohlergehen wie für den respektvollen Umgang mit anderen.“
Nächsten SiMOuNTAG gibt es wieder Gedanken zur Kommunikation im Leben. Schau wieder rein!
- Start in ein Leben ohne KrafträuberOhne schlechtes Gewissen auf sich zu schauen, ist für manche gar nicht so einfach. People Pleaser und Energievampire ziehen einander magnetisch an, denn wer seine Bedürfnisse zurücksteckt, meistens “ja” sagt und keine Grenzen steckt, den finden die Blutsauger immer! Hier gibt es vier Schritte raus aus der Sklaven-Falle.
- Danke für nichtsWir brauchen nicht hellsehen zu können um zu wissen, wie ernst manche Versprechen oder Ankündigungen gemeint sind. Es genügt, hellhörig zu sein. Denn große Worte erweisen sich mitunter als Schall und Rauch und werden nur gesprochen, um in den Genuss einer Dosis Vorschuss-Dankbarkeit zu kommen.
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- Vorsicht vor dem Lasso aus netten WortenLassoflechter*innen wollen ihre Hauptbezugsperson von der Herde isolieren, was nicht mit einem Ruck funktioniert. Sie drehen aus vielen freundlichen aber manipulativen Phrasen nach und nach ein starkes Lassoseil. Hier findest du eine Liste mit den sechs wichtigsten Strategien dieser heimtückischen Menschenfänger.
- Tollposing: So funktioniert Selbstdarstellung mit KramuriDie neue Flamme kommt! Schnell ein paar Wissenschaftsmagazine auf den Couchtisch legen! Wenn Objekte für ein Publikum extra zur Selbstdarstellung arrangiert werden, hat das nichts mehr mit Deko zu tun. Es ist Tollposing. Wie sogar Slipeinlagen, Kinderzeichnungen und Lateinhefte dafür herhalten und welchen sechs Regeln Tollposing folgt, erfährst du hier.







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